Vereinsgeschichte - Maennerbadeverein Gießen 1836

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Vereinsgeschichte

Sprung in die Fluten diente der Körperertüchtigung

Unser 1836 gegründeter Männer-Bade-Verein ist einer der ältesten Vereine Gießens.
(Nach dem Ersten Weltkrieg auch Frauen zugelassen)  Heute 115 aktive Mitglieder.

Vor 170 Jahren, im Jahre 1836, wurde der Männer-Bade-Verein e.V. Gießen (MBV) gegründet.
Damit ist dieser manchem Gießener vielleicht unbekannte Verein, einer der ältesten in der Stadt an der Lahn.
Das Gründungsmotiv war damals, dem "wilden Baden an der Lahn" durch eine Vereinsstruktur entgegenzuwirken,
wie es über jene Zeit in einem Bericht des Gießener Anzeigers 100 Jahre später im Jahr 1936 heißt.

Mit viel Eigenleistung wurde das Gelände am Uferweg für den Freizeitverein in den 70er Jahren nutzbar gemacht.
Die Badeanstalt, die der Verein zu Beginn betrieb, war von einer schlichten Art: Eine Bretterbude mit Sitzbänken, eine Anzahl Kleiderhaken,
das war alles was die Badeanstalt ausmachte, heißt es in dem historischen Zeitungsbericht.
Damals befand sich das Vereinsgelände auf dem jenseitigen Lahnufer an der Einmündung des Lahnmühlbaches in die Lahn, also kurz unterhalb der Pulvermühle.
Es waren Mitte des 19. Jahrhunderts im Männer-Bade-Verein, wie schon der Name verrät, nur Männer zugelassen, die, wie man sich an Bildern aus diesen Zeiten vorstellen kann,
schnauzbärtig mit schick geringeltem Einteiler in die Fluten sprangen, um ihren Körper zu ertüchtigen.
Später, im Zuge einer Erweiterung, wurde die Anstalt auf das linke Lahnufer verlegt. Rund 135 Badefreunde tummelten sich um 1900 in der Lahn.
Schon damals wurde vieles in Eigenregie gebaut, ausgebessert und in Ordnung gehalten, da die Geldmittel des Vereins bescheiden waren.

Nach dem Ersten Weltkrieg erfuhr der Verein eine rasche Entwicklung. Man nahm ein größeres Gelände von der Stadt in Pacht und wandelte das reine Männerbad in ein Familienbad um.
Dies bedeutete einen starken Zuwachs der Mitgliederzahl.

Das ehemalige Vereinsmitglied Dora Eschtruth,  trat damals gemeinsam mit ihrer Mutter dem Männer-Bade-Verein bei und war damit eine der ersten weiblichen Badegäste.
Dementsprechend wurden Umkleidehallen für Mädchen und Frauen errichtet, eine große Liegewiese geschaffen und Spielgelegenheiten für die Kinder aufgebaut.
Eine Besonderheit im MBV waren die Männer des "Eisbären-Clubs", der sich bereits Ende des 19. Jahrhunderts gründete.
Sie trugen den Namen nicht von ungefähr, sprangen sie doch bei eisigen Temperaturen in die Lahn, um sich "abzukühlen" und sich anschließend mit einem steifen Grog wieder aufzuwärmen.


Durch die Militärregierung der Alliierten wurde die Vereinssatzung des MBV nach dem Zweiten Weltkrieg neu aufgestellt. 
Der Verein hatte im Jahr 1952 426 ordentliche und 117 außerordentliche Mitglieder, ein Jahr später stieg die Zahl auf 512 beziehungsweise 212 Mitglieder an. 
Dazu kamen rund 1700 Jugendliche und Schüler, die im Sommer zum Schwimmen kamen und an Schwimmkursen teilnahmen. 
In den anschließenden Jahren nahm die Mitgliederzahl wieder stark ab. Als Grund nennen Vereinsprotokolle "verregnete Sommer". 

Eine große Zäsur in der Vereinsgeschichte stellte die Umsiedlung des Vereins Ende der 60er Jahre dar. 
Im Jahre 1968 wird der bestehende Pachtvertrag für das bisherige Vereinsgelände zum 30. September 1968 gekündigt, da dort die zweite Lahnbrücke gebaut werden sollte. 
Kurzfristig zog der Verein auf das Gelände des ehemaligen städtischen Freibades um. 
Doch die Weiterbenutzung des Bades war ab 1970 wegen beginnender Arbeiten zur Hochwasserregulierung ebenfalls nicht mehr möglich und daher musste auch dieser Bereich geräumt werden. 
Als neues Gelände wurde dem Verein schließlich sein heutiges Refugium im Uferweg 203 zugewiesen. 
Der Verein wurde damit seines Elementes Wasser beraubt , berichtete die Vorsitzende Eva Maria Dörr, die dieses Amt seit 1994 bekleidet und die erste weibliche Vorsitzende des MBV ist. 
Die Vereinsmitglieder fanden sich auf einem öden, unerschlossenen Acker wieder. Rund zwei Jahre lang stand dem Verein kein wirklich benutzbares Gelände zur Verfügung.
Harte Zeiten, in denen der MBV rund die Hälfte seiner Mitglieder verlor. 

Durch intensive Eigenleistung wurde aus dem "Acker" allerdings ein Freizeitgelände mit vielen Bäumen, Büschen und Gärten geschaffen. 
Der Männer-Bade-Verein wandelte sich und wurde zu einem Freizeitverein für Campingfreunde. 
1978 wurde das rund 8000 Quadratmeter große Camping-Gelände offiziell eröffnet. Es folgten der Bau der Duschen 1983 die Wiedereröffnung des Vereinsheims 1985.
Ein wichtiges Zubrot bildet heute die Beherbergung von Kanuten, die für einige Tage in der Nähe der Lahn ihr Lager auf dem idyllischen Vereinsgelände aufschlagen können. 
Bootseinstieg und sanitäre Einrichtungen, sowie ein Spielplatz für die Kleinsten sind vorhanden. Rund 40 Gäste kann der MBV aufnehmen.
 
 
 
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